Cultural Interflow

In Zeiten einer stärker werdenden rechts ausgerichteten Politik konzentrieren sich die Diskussionen oft auf eine Sicht der Welt in deren gegenwärtigem Zustand, statt diese als geschichtlichen Vorgang zu betrachten. Migration und ethnische Identität sind kulturell entstandene Prozesse, die vor Tausenden von Jahren eingesetzt haben und nicht nur von einem auf das Heute ausgerichteten Standpunkt betrachtet werden können. Wir sollten uns von der Frage, wer heute auswandert, entfernen und anschauen, wer am häufigsten ausgewandert ist. Die Länder, die heute versuchen, die Migration zu stoppen, sind selbst die größten Auswanderer gewesen. Nur auf diese Muster zu schauen, ist nicht ausreichend. Wir teilen die Welt noch immer in Länder auf, bauen Grenzen auf, wo keine sind. Grenzen sind nicht naturgemäß gegeben, sondern wurden geschaffen. Im Laufe der vergangenen Tausend Jahre haben die Menschen sie in einer Welt gezogen, die vorher ohne Grenzen war. In unserer miteinander verbundenen Welt sollten wir uns genau überlegen, ob wir diese Anstrengungen wirklich fortsetzen wollen.

'We human beings are still divided into nation states, but these states are rapidly becoming a single global civilization.'
Voyager Spacecraft Statement
Jimmy Carter
July 29, 1977

Cultural Interflow ist ein Projekt von Informations Designer Kim Albrecht, Initiiert und gefördert vom Goethe-Institut.

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Teil 1  

Migrationsnetzwerk

Migration als verknüpftes weltweites Netzwerk. Im Laufe der letzten 25 Jahre haben die Menschen ihre Heimat – gelb gekennzeichnet – verlassen, um an neue Orte – blau gekennzeichnet – zu gehen.

Interaktive Visualisierung

Ausgangspunkt und Zielpunkt der Migranten sind im Datensatz nur auf Landesebene angegeben. In der Visualisierung werden die Linien nach dem Zufallsprinzip jeweils zu einer der größten Städte des Landes gezogen.

Der Datensatz stammt aus einem wissenschaftlichen Artikel mit dem Titel Quantifying Global International Migration Flows (Quantifizierung der globalen internationalen Migrationsflüsse).

Die Ergebnisse dieser seit Tausenden Jahren kontinuierlich stattfindenden Bewegungen von Menschen haben eine Welt aus sich überlagernden ethnischen Gruppen geschaffen. Interessanterweise sind die ethnischen Gruppen, die gegenwärtig die größte Zurückhaltung gegenüber Migration zeigen, die Gruppen, in deren Vergangenheit die meisten Auswanderungen stattgefunden haben.

1. Briten
2. Franzosen
3. US-Amerikaner
4. Deutsche.

Interaktive Visualisierung

Die Daten, auf denen diese Grafik beruht, sind eine Geschichte für sich. Sie stammen von einer Webseite mit dem Namen „Joshua Project“. Folgendes steht dort zum Grund für das Sammeln der Daten geschrieben: 'Der Hauptzweck der Volksgruppenliste des Joshua Project ist die Unterstützung der Bemühungen um den Bau von Kirchen (church planting – CP), die in Kirchbaubewegungen (church planting movements – CPM) resultieren.'Joshua Project. Link zum Datensatz.

Disclaimer: Die Daten sind nie gegeben, sondern immer kreiert. Der Autor dieser Visualisierung ist in Bezug auf die Daten und die Gründe für ihre Sammlung skeptisch.

Die Staffelung der Länder repräsentiert die Anzahl der Menschen jeder ethnischen Gruppe innerhalb des Landes. Je größer die Form des Landes, desto mehr Menschen gehören zu dieser Gruppe. Zur Hervorhebung von Überlagerungen verändern sich die Größen der Länder logarithmisch innerhalb der Grafik. Dies ist eine verzerrte Darstellung der Daten.

Die dritte Grafik zeigt die Konstruiertheit und den Wandel der Grenzen im Laufe der vergangenen 4000 Jahre. Grenzen sind soziale Konstrukte. Mit dieser Karte soll die Künstlichkeit, der fiktive Charakter von Grenzen gezeigt werden. Sobald Grenzen nicht mehr als Gegebenheit betrachtet werden, lösen sich die Auffassungen von Ethnizität, Nation, Staat mit ihnen gemeinsam auf.

Interaktive Visualisierung

Die Daten, auf denen diese Grafik beruht, stammen aus einer unbekannten Quelle. Es ist mehr eine Schilderung der Wirkung als eine Darstellung der fundierten Wahrheit.

Visualisierungen von Kim Albrecht
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Ein Projekt des Goethe-Instituts Ljubljana in Zusammenarbeit mit Kim Albrecht
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